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01.02.2019 - 20:00 h
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In Zusammenarbeit mit der Stadt Viersen und amnesty international fand am Samstag, den 08.12.2018 um 20.00 Uhr im Stadthaus Viersen das 16. Konzert der Bahá'í-Gruppe Viersen zum Tag der Menschenrechte statt. Etwas mehr als 50 Personen nahmen an der Veranstaltung teil.

Das Konzert war sieben Führungspersönlichkeiten im Iran, der Yaran (zu dt.: Freunde), gewidmet. Aufgrund der Religion wurden sie 2008 zu einer 10 jährigen Haftstrafe unrechtmäßig verurteilt. Es sind Frau Fariba Kamalabadi, Herr Vahid Tizfahm, Herr Jamaloddin Khanjani, Herr Afif Naeimi, Frau Mahvash Sabet, Herr Behrouz Tavakkoli und Herr Saeid Rezaie (im Bild von oben links nach rechts und unten von links nach rechts).



Mit deren Freilassung hört die Verfolgung der Bahá'í in Iran jedoch nicht auf. Zehntausende Bahá'ís erleben täglich soziale, wirtschaftliche und kulturelle Verfolgung, nur weil sie ihren Glauben im Iran ausüben. Die Verfolgungen werden durch eine massive Hass-Propaganda von der iranischen Regierung im ganzen Land geschürt. Die Stärke dieser massiven Hass-Propaganda ist u.a. daran erkennbar, dass z.B. von April 2016 bis August 2016 mehr als 11.000 Artikel gegen die Baha'í in den staatl. Medien im Iran erschienen.  Derzeit sind noch mehr als 90 Bahá'í aufgrund ihres Glaubens im Iran inhaftiert.

Das Konzert begann mit Kompositionen von Simon Meyers (Klavier und Geige) und Stephan Meyers (Klavier, Trompete, Gesang).

Nach einem Wortbeitrag zur Situation der Bahá'í-Verfolgung im Iran von Sohail Zabihi aus Remscheid, wurde das Konzert wegen einer Verhinderung von Liene Sejane uns Kristaps Grasis danach direkt von Hugh Featherstone weitergeführt. Er wurde dabei von Chris Sichert (Percussion) und dem Bassisten Christoph Matter unterstützt.

Seit Jahrzehnten schreibt Hugh Featherstone seine Lieder über die Menschenrechte. Viele seiner Produktionen auf Vinyl und CD kreisen um dieses Thema. Nach seinem Lied "Candlelight" entwickelte er die Candlelight- Konzerte für Amnesty International zuerst in Belgien und seit 18 Jahren in Deutschland.

Dieser Konzertreihe vorangegangen war das Engagement von Frau Dr. Maisha Grant für die Bahá'í Gemeinde und  Amnesty International. Sie war die Nichte von Miles Davis, wurde endeckt und ausgebildet von Ella Fitzgerald und wurde Bürgerrechtlerin an der Seite Dr. Martin Luther King.


Hintergrund:


Zur Missachtung universeller Menschenrechte zählt die religiöse Verfolgung der Anhänger der Bahá'í-Religion im Iran.

Seit ihrer Entstehung im Jahre 1844 durch den Religionsstifter Báb (1819-1850) und dem nachfolgenden Religionstifter Bahá'u'lláh (1817-1892) fanden Mitte des 19. Jahrhunderts mehr als 20.000 Gläubige aufgrund ihrer Überzeugungen den Tod. Nach der iranischen Revolution im Jahre 1979 wurden mehr als 200 Bahá'í, darunter die führenden Mitglieder des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í im Iran, ermordet. Die Anhänger der Bahá'í-Religion stellen die größte religiöse Minderheit im Iran dar. In der iranischen Gesellschaft leben so viele Bahá'í wie iranische Juden Christen und Zoroastrier zusammen. Sie betreiben keine Politik und verhalten sich loyal. Entgegen aller Versprechen hat sich auch nach dem Amtsantritt des Präsidenten Hassan Rouhani die Menschenrechtslage gegenüber den Bahá'í im Iran in den letzten Jahren weiter verschlechtert, da sich die Haltung von Ayatollah Ali Chamenei, dem Nachfolger von Ayatollah Khomeini, keineswegs geändert hat.

Die Stärke der Hass-Propaganda gegen die Bahá'í im Iran ist auch daran zu erkennen, dass von Januar 2014 bis August 2015 mehr als 7000 Presseartikel gegen die Bahá'í in den staatlichen Medien erschienen.

Ein Bericht der Baha’i International Community (BIC) von Oktober 2016 weist auf einen steilen Anstieg von Hasspropaganda gegen die Bahá’í in den offiziellen oder halboffiziellen iranischen Medien. Die BIC listet darin mehr als 20.000 Fälle von Anti-Baha’i-Propaganda innerhalb der letzten drei Jahre auf. In diesem Zusammenhang wurde aufgezeigt, dass seit 2005 über 50 Baha’i tätlich angegriffen wurden. Keiner der Täter ist strafrechtlich verfolgt oder anderweitig zur Rechenschaft gezogen worden. Weiterhin kamen im gleichen Zeitraum mindestens neun Baha’i unter ungeklärten Umständen zu Tode. Ihre Mörder genießen bis heute gleichfalls Straffreiheit.

Am 26. September 2016 wurde Herr Farhang Amiri, Familienvater von vier Kindern, in Yazd, Iran, vor seinem Haus wegen seiner Religionszugehörigkeit als Bahá'í ermordet.


Weitergehende Informationen geben wir gerne über unsere Kontaktseite oder sie finden sich im Internet unter den Web-Seiten der Stadt Viersen, den englischsprachigen Web-Seiten  der Bahá'í International Community (BIC) und den Web-Seiten des Büros für Außenbeziehungen in Berlin der Deutschen Bahá'í-Gemeinde K.d.ö.R