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In Zusammenarbeit mit der Stadt Viersen und Amnesty International - Bezirk Linker Niederrhein fand am Samstag, den 07.12.2019 um 20.00 Uhr im Stadthaus Viersen das 17. Konzert der Bahá'í-Gruppe Viersen zum Tag der Menschenrechte statt.

Nach einer Andacht und einer kurzen Ansprache spielten Simon Meyers und Stephan Meyers und eine Musikergruppe von Hugh Featherstone.

Das Konzert war sieben Christen aus Bushehr gewidmet, die am 01. Juli 2019 aufgrund ihres Glaubens inhaftiert wurden. Am 1.Juli wurde Sam Khosravi und seine Frau Maryam Falahi von Mitarbeitern des iranischen Geheimdienstes in Busher inhaftiert. Ebenso wurde sein Bruder Sasan und seine Frau Marjan Falahi und drei weitere Christen inhaftiert.

Konzert zum Tag der Menschenrechte in Viersen - 07,12.2019 ,
















              Foto: IGFM


Diese Inhaftierungen erinnern an die Verfolgungen an den staatlich nicht anerkannten Anhängern der Baha'í-Religion im Iran.

Während im November weltweit an unzähligen Orten die Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Geburt des Báb (arab. Das Tor), der ersten Zentralgestalt des Bahá'í-Glaubens, stattfanden, wurden in Shiraz mehrere Häuser von Bahá'í durchsucht und fünf Bahá'í inhaftiert, fünf Geschäfte versiegelt und ein Friedhof in Yazd zerstört, auf dem sich auch das Grab von Farhang Amiri befand, der 2016 getötet wurde. Drei junge Bahá'í in Semnan wurden zu 5-10 Jahren Haft verurteilt. Bei den Vereinten Nationen wurde der Iran danach erneut verurteilt, „wegen seiner anhaltenden Menschenrechtsverletzungen“. Im Menschenrechtsrat und in der Generalversammlung der UN wurde die „ernsthafte Besorgnis über anhaltende schwerwiegende Beschränkungen und zunehmende Einschränkungen des Rechts auf -Gedanken-, Religions- oder Glaubensfreiheit, … gegen Personen zum Ausdruck“ gebracht, „die zu anerkannten und nicht anerkannten Minderheiten gehören, einschließlich... Anhängern des Bahá'í-Glaubens“. Generalsekretär Antonio Guterres forderte die iranische Regierung auf: „den Schutz von Minderheiten und Einzelpersonen zu gewährleisten und zu ihrem Schutz Gesetze aufrechtzuerhalten und einzuführen.“ Auch im UN-Menschenrechtsrat in Genf kritisierte eine große Anzahl von Ländern die iranische Regierung (34. Allgemeines Überprüfungsverfahren (Universal Periodic Review) „wegen seiner Verletzung der Menschenrechte religiöser Minderheiten“.
Es wurde darüber gesprochen, dass Entwicklung, Sicherheit und Ruhe sind auf Dauer nur möglich, wenn die heute universal geltenden Grundsätze für Menschenrecht und Menschenwürde bekannt sind und angewendet werden.

Bahá'u'lláh, der Stifter der Bahá'í-Religion, erklärte:

„Kein Licht gleicht dem der Licht der Gerechtigkeit! Sie bewirkt Ordnung in der Welt und sichert die Ruhe der Völker.“



Hintergrund:
Seit Jahrzehnten schreibt Hugh Featherstone seine Lieder über die Menschenrechte. Viele seiner Produktionen auf Vinyl und CD kreisen um dieses Thema. Nach seinem Lied "Candlelight" entwickelte er die Candlelight- Konzerte für Amnesty International zuerst in Belgien und seit 19 Jahren in Deutschland.

Dieser Konzertreihe vorangegangen war das Engagement von Frau Dr. Maisha Grant für die Bahá'í Gemeinde und  Amnesty International. Sie war die Nichte von Miles Davis, wurde endeckt und ausgebildet von Ella Fitzgerald und wurde Bürgerrechtlerin an der Seite Dr. Martin Luther King.

Zur Missachtung universeller Menschenrechte zählt die religiöse Verfolgung der Anhänger der Bahá'í-Religion im Iran. Seit ihrer Entstehung im Jahre 1844 durch den Religionsstifter Báb (1819-1850) und dem nachfolgenden Religionstifter Bahá'u'lláh (1817-1892) fanden Mitte des 19. Jahrhunderts mehr als 20.000 Gläubige aufgrund ihrer Überzeugungen den Tod. Nach der iranischen Revolution im Jahre 1979 wurden mehr als 200 Bahá'í, darunter die führenden Mitglieder des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í im Iran, ermordet. Die Anhänger der Bahá'í-Religion stellen die größte religiöse Minderheit im Iran dar. In der iranischen Gesellschaft leben so viele Bahá'í wie iranische Juden Christen und Zoroastrier zusammen. Sie betreiben keine Politik und verhalten sich loyal.
Die Stärke der Hass-Propaganda gegen die Bahá'í im Iran ist auch daran zu erkennen, dass von Januar 2014 bis August 2015 mehr als 7000 Presseartikel gegen die Bahá'í in den staatlichen Medien erschienen.

Ein Bericht der Baha’i International Community (BIC) von Oktober 2016 wies auf einen steilen Anstieg von Hasspropaganda gegen die Bahá’í in den offiziellen oder halboffiziellen iranischen Medien. Die BIC listet darin mehr als 20.000 Fälle von Anti-Baha’i-Propaganda innerhalb der letzten drei Jahre auf. In diesem Zusammenhang wurde aufgezeigt, dass seit 2005 über 50 Baha’i tätlich angegriffen wurden. Keiner der Täter ist strafrechtlich verfolgt oder anderweitig zur Rechenschaft gezogen worden. Weiterhin kamen im gleichen Zeitraum mindestens neun Baha’i unter ungeklärten Umständen zu Tode. Ihre Mörder genießen bis heute gleichfalls Straffreiheit.

Am 26. September 2016 wurde Herr Farhang Amiri, Familienvater von vier Kindern, in Yazd, Iran, vor seinem Haus wegen seiner Religionszugehörigkeit als Bahá'í ermordet.


Weitergehende Informationen geben wir gerne über unsere Kontaktseite oder sie finden sich im Internet unter den Web-Seiten der Stadt Viersen, den englischsprachigen Web-Seiten  der Bahá'í International Community (BIC) und den Web-Seiten des Büros für Außenbeziehungen in Berlin der Deutschen Bahá'í-Gemeinde K.d.ö.R