Bahá'í-Denkmäler
In Viersen können sechs Denkmäler mit einem Bezug zur Bahá'í-Religion besucht werden.
Jubiläumsgarten Viersen - Bahá'í-Gedenkstein für den Frieden
Viersens ersten Bahá'í-Gedenkstein zum Thema Weltfrieden und Welteinheit findet man im Jubiläumsgarten Viersen an der Hardter Straße. Wer ihn betritt, trifft nach einer Rosenanpflanzung auf ein kleines Denkmal aus dem Jahre 2007, das eine Inschrift mit einem Vers aus einem Sendschreiben von Bahá’u’llah an die Herrscher der Welt trägt. Er lautet:
"Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt.
Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger.“
Obstgarten am Burgacker in Viersen-Dülken - Abdu'l-Bahá in Deutschland
Für die deutschen Bahá'í war der Besuch 'Abdu'l-Bahás in Deutschland vor 100 Jahren der historische Höhepunkt. Er wurde von Bahá'u'lláh, dem Stifter der Bahá'í-Religion, zum Mittelpunkt des Bundes zwischen Gott und den Menschen eingesetzt.
'Abdu'l-Bahá besuchte bei Seinen Reisen in den Westen vom 1. bis 8. April und vom 25. April bis zum 1. Mai 1913 Deutschland. Es war das erste Mal in der Religionsgeschichte, dass ein religiöses Oberhaupt den Westen bereiste.
Sechs Jahrzehnte vor dem Besuch des Westens war Sein Vater Bahá’u’lláh, der Stifter der Bahá’í Religion, inhaftiert worden. Dessen Vorläufer, der Báb, war 1850 in Tabris hingerichtet worden. 20.000 Gläubige fanden den Tod. Wie Chronisten berichteten, griff der Mob Bahá'u'lláhs Sohn 'Abdu'l-Bahá bereits als kleines Kind in Teherans Straßen an. Bahá’u’lláh wurde 1852 im berüchtigten Siyah-Chal von Teheran inhaftiert. Wenig später teilte ‘Abdu‘l-Bahá im Alter von acht Jahren die Gefangenschaft Seines Vaters. Auf Drängen der persischen Regierung setzte man eine Verbannung nach Baghdad über Konstantinopel und Adrianopel bis nach Akká in den Grenzen des heutigen Staates Israels durch. 'Abdu'l-Bahás Befreiung war erst sechsundfünfzig Jahre später im Sommer des Jahres 1908 möglich, nach dem von Bahá'u'lláh angekündigten Fall des osmanischen Reiches. (Wie man weiß, dauern die Verfolgungen der Bahá’í im Iran bis heute an.) Danach brach 'Abdu’l-Bahá nach Ägypten auf und bereiste von dort aus etwa zwei Jahre die westliche Welt. In Europa und Nordamerika ging er auf die täglichen Einladungen ein und hielt Ansprachen in Kirchen, Synagogen, Universitäten und öffentlichen Häusern.
Auf der folgenden Website finden Sie Dokumente und Bilder anlässlich dieses historischen Ereignisses in Deutschland.
Es war der Wunsch der Bahá'í an diesen Besuch 'Abdu'l-Bahás mit kleinen Unternehmungen auch in Viersen zu erinnern. Hierzu wurde im städtischen Jubiläumsgarten in Dülken zwischen den Baugebieten Daniel-P.-Norman-Ring und Burgacker, ein Maulbeerbaum gepflanzt. Am 06.04.2013 wurde hierzu ein neuer Gedenkstein öffentlich mit Herrn Dr. Iradj Ghobad von der Bahá'í-Gemeinde Mönchengladbach enthüllt. Zum Abschluss der kurzen Zeremonie wurde aus der Neujahrsbotschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit in Haifa an die iranische Bahá'í-Germeinde und ein Gebet ‘Abdu‘l-Bahás gelesen.
In einer Ansprache vom 02. 04. 1913 sagte ‘Abdu‘l-Bahá:
"Nun sehe ich heute eine Gesellschaft, die durch die Macht Bahá'u'lláhs zusammengeführt wurde. Denn alle trinken nun aus einer Quelle. Die Zweige eines Baumes beschatten uns alle. Wir gehen auf einem Pfad. Alle trinken wir aus dieser einen Quelle".
(Werner Gollmer - Mein Herz ist bei euch - 'Abdu'l-Bahá in Deutschland - S.26 - Bahá'í-Verlag 1988)
Der Gedenkstein trägt eine Tafel mit der Aufschrift:
Die Zweige eines Baumes beschatten uns alle. Wir gehen auf einem Pfad.
Alle trinken nun aus einer Quelle.
'Abdu'l-Bahá im April 1913 beim Besuch Deutschlands
Stadtgarten am Eingang in Viersen-Dülken - 200. Geburtstag des Báb
Für den Geburtstag des Báb wurde im Eingangsbereich des Stadtgarten Dülkens zur Festwiese neben einer Gedenktafel ein Baum gepflanzt. Es ist ein säulenförmiger japanischer Hartriegel-Baum, der im Sommer weiß blühen wird. Im Herbst bekommt er himbeerähnliche Früchte. Die Blätter färben sich im Herbst vor dem Abfallen rot. Siyyid Ali Muhammad, genannt der Báb (arabisch, Das Tor), wurde am 1. Tag des Monats Muhharam im Jahre 1819 in Shiraz geboren. Bahá'u'llah wurde am 2. Tag des Monats Muhharam im Jahre 1817 in Teheran geboren. Das Universale Haus der Gerechtigkeit hob am 01.06.2018 in einem Brief an die Bahá'í-Weltgemeinde hervor, dass „die Größe dieses Tages, aus der Tatsache hervorgeht, dass dessen Kommen durch zwei göttliche Manifestationen angekündigt wurde, Deren Geburtstage vor Gott als ein Tag gelten".
Beide zeigten bereits in Ihrer Kindheit Ihr angeborenes Wissen. So wie Jesus Christus als Kind in einem Tempel lehrte, so war es auch der Báb, der bereits als Kind auf alle Fragen eine Antwort hatte. Nach einer islamischen Überlieferung wurde göttlich verfügbares Wissen mit den Buchstaben von "A" bis "Z" verglichen. Und es wurde überliefert, dass bis zum Kommen des Propheten Muhammad der Menschheit nur zwei Buchstaben offenbart werden konnten und dass der Verheißene des Islam, der sog. Qaim, alle übrigen offenbaren werde. Der Báb offenbarte in Seiner sehr kurzen Zeitspanne von nur 6 Jahren in dem Zeitraum von 1844 bis zu Seinen Märtyrertod im Jahre 1850 diese übrigen Einheiten und bereitete damit das Kommen Bahá'u'llahs vor. Bahá'u'lláh betitelte den Báb als den "König der Gottesboten". Er wurde mit der Frühlingssonne verglichen, vor dem Höchststand der Sonne in der Herrlichkeit Seines Nachfolgers, Bahá'u'lláh (1817-1892).
Für die Gedenktafel wurde ein kurzer Vers des Báb ausgewählt, den das Universale Hauses der Gerechtigkeit in Haifa, Israel, zur Vorbereitung des 200. Jahrestages des Báb aus dem persischen Bayan zitierte.
Auf der Steintafel des Baumdenkmals wurde unter einem Bahá'í-Symbol der folgende Vers aus dem persischen Bayan des Báb eingearbeitet:
"Wohl dem, der seinen Blick auf die Ordnung Bahá'u'lláhs lenkt
und seinem Herrn dankt!“
Parkanlage Neustraße in Viersen-Süchteln - 200. Geburtstag Bahá’u’lláhs
In der Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, Haifa vom 18. Mai 2016, wurde auf die Bedeutung der beiden herannahenden Jubiläumsfeiern zum 200. Geburtstag Bahá’u’lláhs in diesem Jahr und zur Geburt des Báb in zwei Jahren hingewiesen. Am 20. Oktober 2016 wurde hierzu mit Bezug zum Geburtstag des Báb (1. Muharram 1235 d.H.) in der Parkanlage in Süchteln rechts hinter dem Eingang von der Mörsenstraße eine Säuleneiche (Querus robur Fastigata) zum 200. Jahrestag der Geburt Bahá'u'lláhs neben einer Gedenktafel gepflanzt.
Auf der Steintafel des Baumdenkmals wurde der folgende Vers aus der Ährenlese (Nr. 132) aus Schriften von Bahá'u'lláh eingearbeitet:
"Wenn der eine, wahre Gott – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – sich den Menschen offenbart,
verfolgt Er das Ziel, die Edelsteine ans Licht zu bringen,
die in den Gesteinsadern ihres wahren inneren Selbstes verborgen liegen“.
Quelle: Bahá'u'lláh - Ährenlese Nr. 132